Technologie allein verändert keine IT-Organisation.

Wer SAP einführt, aber die eigene IT nicht gleichzeitig strukturell weiterentwickelt, schafft oft nur neue Systeme, aber noch keine neue Rolle.

Genau das ist einer der häufigsten Denkfehler in SAP-Transformationsprojekten: Es wird in Technologie investiert, aber nicht in das Selbstverständnis, die Struktur und die Handlungsfähigkeit der internen SAP-IT.

Ein international führendes Fashion-Unternehmen im Premium-Segment ist diesen Weg bewusst anders gegangen. Gemeinsam mit Synaworks wurde nicht nur eine SAP-getriebene Transformation begleitet, sondern die Grundlage dafür geschaffen, dass die interne SAP-IT schrittweise mehr Verantwortung, mehr Sichtbarkeit und mehr Eigenständigkeit übernimmt. Das Ziel war klar: weg vom reaktiven Support-Dienstleister, hin zum strategischen Business-Partner.

Die SAP-IT sollte nicht nur mitlaufen, sondern mitgestalten

Zum Projektstart befand sich die SAP-IT des Fashion-Unternehmens in einer Phase der Neuaufstellung. Die SAP-Einführung sollte nicht als reines IT-Projekt verstanden werden, sondern als unternehmensweites Transformationsvorhaben. Damit war auch klar: Die interne IT musste sich in ihrer Rolle weiterentwickeln.

Im Mittelpunkt standen dabei vier zentrale Ziele:

  • proaktive interne Übernahme der Verantwortung für zentrale Services
  • klare Positionierung und bessere Sichtbarkeit im Unternehmen
  • engere Abstimmung und stärkere Vernetzung mit den Fachbereichen
  • Aufbau einer stabilen Teamstruktur mit klaren Rollen und Verantwortlichkeiten

Das ist ein entscheidender Punkt. Denn viele Unternehmen wollen strategischer werden, arbeiten aber weiterhin mit einer IT-Struktur, die auf Reaktion statt Gestaltung ausgelegt ist. Dann bleibt die IT trotz neuer Technologie im alten Muster: zu operativ, zu abhängig, zu wenig wirksam.

Warum SAP-Transformation ohne organisatorische Neuausrichtung zu kurz greift

Gerade in SAP-Transformationsprojekten wird häufig über Prozesse, Systeme und Rollouts gesprochen. Aber die eigentliche Frage lautet oft:
Welche Rolle soll die SAP-IT künftig im Unternehmen spielen?

Wenn diese Frage ungeklärt bleibt, entsteht ein gefährliches Vakuum. Dann wird zwar eingeführt, migriert und umgesetzt, aber die interne IT bleibt in der Wahrnehmung vieler Fachbereiche trotzdem Support-Einheit statt strategischer Partner.

Das Fashion-Unternehmen hat genau hier angesetzt. Ziel war nicht nur eine funktionierende SAP-Landschaft, sondern eine SAP-IT, die sich stärker ins Business einbringt, Verantwortung übernimmt und die Weiterentwicklung der Landschaft zunehmend selbst steuert.

Die Wirkung dieser Entwicklung beschreibt der Director SAP Competence Center des Unternehmens sehr klar:

Gemeinsam mit Synaworks haben wir die Grundlage geschaffen, unser SAP-Projekt stärker in die eigene Hand zu nehmen. Unser Team ist heute enger mit den Fachbereichen vernetzt, bringt sich aktiver ins Business ein und übernimmt zunehmend Verantwortung für die Weiterentwicklung unserer SAP-Landschaft. Diese Entwicklung ist ein wichtiger Schritt auf unserem Weg zu einer nachhaltigen digitalen Transformation.
Director SAP Competence Center

Zielbild vor Aktion: Erst die neue Rolle der IT klären

Statt direkt in isolierte Maßnahmen zu springen, wurde gemeinsam mit Synaworks zunächst eine umfassende Strategie zur Neuausrichtung der SAP-IT entwickelt. Grundlage dafür war das bewährte Synaworks nextIT-Positionierungsmodell, das nicht bei Symptomen ansetzt, sondern bei der grundlegenden Rolle und Handlungsfähigkeit der IT.

Das ist der eigentliche Hebel:
Nicht zuerst Prozesse optimieren, Organigramme verschieben oder einzelne Stellen besetzen.
Sondern zuerst klären, welches Zielbild die SAP-IT künftig erfüllen soll.

Genau daraus entstand der Weg vom IT-Dienstleister zum Kompetenz-Partner.

Der Weg zur Lösung: Vier Hebel für eine wirksame Neuaufstellung

Die Strategie zur Neuausrichtung der SAP-IT basierte auf vier zentralen Bausteinen.

1. Neuausrichtung als SAP Competence Center of Expertise
Im ersten Schritt wurde ein klares Selbstverständnis entwickelt. Die SAP-IT sollte nicht länger primär als Support-Funktion auftreten, sondern als strategischer Partner mit eigener Verantwortung und klarer Rolle im Unternehmen.

2. Systematischer Teamaufbau
Auf dieser Grundlage wurde ein Rollenmodell entwickelt und mit einer fokussierten Rekrutierungsstrategie verbunden. So gelang der Neuaufbau und Ausbau des Teams von 0 auf bis zu 18 SAP-Experten.

3. Strukturiertes SAP-Betriebsmodell
Parallel dazu wurden Governance-Strukturen aufgebaut und definierte Schnittstellen zu den Fachbereichen geschaffen. Verantwortlichkeiten wurden präzise geklärt, damit Zusammenarbeit nicht länger personenabhängig oder zufällig funktioniert.

4. Stabilisierung des Teams im Umbruch
Transformation endet nicht mit einem neuen Organigramm. Deshalb wurde das Team über regelmäßige Sprint-Zyklen, offenen Know-how-Transfer und die schrittweise Etablierung neuer Führungsstrukturen aktiv begleitet und befähigt.

Genau hier zeigt sich der Unterschied zwischen einem Beratungsprojekt und echter Befähigung:
Nicht Abhängigkeit schaffen, sondern Handlungsfähigkeit aufbauen.

Ergebnis: Mehr Eigenständigkeit, mehr Wirksamkeit, mehr Partnerschaft mit dem Business

Im Verlauf des Projekts fand das Fashion-Unternehmen eine für sich passende Balance: zentrale Themen intern und proaktiv zu treiben, offen für neue Ansätze zu bleiben und gleichzeitig die Eigenverantwortung des SAP-IT-Teams deutlich zu stärken.

Die Ergebnisse sind konkret:

  • Aufbau des SAP-Teams von 0 auf bis zu 18 Mitarbeiter
  • Bearbeitungskapazität von rund 400 IT-Tickets pro Monat
  • stärkere interne Übernahme vormals extern betreuter Systeme
  • Steuerung externer IT-Dienstleister durch das SAP CCoE
  • neue Qualität in der Zusammenarbeit zwischen Business und IT durch die Rolle des Business Process Partner

Gerade dieser letzte Punkt ist strategisch besonders wertvoll. Denn eine IT wird nicht dadurch zum Business-Partner, dass sie es behauptet. Sie wird es dann, wenn Fachbereiche die Zusammenarbeit anders erleben: strukturierter, proaktiver, verbindlicher und näher am Geschäft.

Warum dieser Ansatz funktioniert

Der entscheidende Unterschied lag nicht in einer isolierten Maßnahme, sondern im Zusammenspiel aus strategischer Klarheit, SAP-Expertise und organisatorischer Befähigung.

Statt neue Abhängigkeiten zu schaffen, wurde die interne SAP-IT gezielt in die Lage versetzt, mehr Verantwortung selbst zu übernehmen. Genau das machte die Transformation wirksam: ein pragmatisches Vorgehen, ein klarer methodischer Rahmen und eine enge Zusammenarbeit auf Augenhöhe.

So entstand nicht nur eine neue Struktur, sondern eine SAP-IT, die Schritt für Schritt eigenständiger, sichtbarer und wirksamer wurde.

Für wen dieser Transformationsansatz besonders relevant ist

Die Fashion-Story ist kein Einzelfall. Sie steht exemplarisch für viele Unternehmen, die sich in einer ähnlichen Lage befinden:

  • SAP-Transformationsprojekte mit hohem Veränderungsdruck
  • hohe Abhängigkeit von externen Beratern
  • geringe interne Steuerungs- und Innovationskraft
  • unklare Rolle der IT im Unternehmen
  • Reibung in der Zusammenarbeit zwischen IT und Fachbereichen

Gerade in solchen Situationen reicht Technologie allein nicht. Dann braucht es eine SAP-IT, die strukturell solide und nachhaltig befähigt ist, ihre Rolle als strategischer Innovationspartner auszufüllen.

Drei Learnings aus dem Projekt

1. Eine neue SAP-Landschaft braucht auch eine neue Rolle der IT
Wer nur Systeme modernisiert, aber die Organisation nicht mitentwickelt, bleibt schnell im alten Muster stecken.

2. Teamaufbau ist kein Recruiting-Thema allein
Ein wirksames SAP-Team entsteht nicht nur durch Stellenbesetzung, sondern durch Rollenklärung, Governance und ein gemeinsames Selbstverständnis.

3. Business-Partnerschaft braucht Struktur
Partnerschaft auf Augenhöhe zwischen Business und IT entsteht nicht durch gute Absichten, sondern durch klare Schnittstellen, Verantwortlichkeiten und tragfähige Zusammenarbeit.

Fazit: SAP-IT wird erst dann strategisch, wenn sie sich selbst neu aufstellt

Die Success Story des Fashion-Unternehmens zeigt sehr klar:
Die neue Rolle der IT entsteht nicht automatisch durch eine SAP-Transformation. Sie entsteht dann, wenn Unternehmen ihre SAP-IT bewusst neu ausrichten.

Nicht Support plus neue Software.
Nicht Technologie ohne Selbstverständnis.
Nicht externe Steuerung statt interner Handlungsfähigkeit.

Sondern:

  • Zielbild vor Aktion
  • klare Rollen
  • tragfähige Strukturen
  • Enablement statt Abhängigkeit
  • und eine SAP-IT, die wieder näher ans Business rückt

Systematisch statt aktionistisch gilt auch hier.

Denn wer vom Support-Dienstleister zum strategischen Business-Partner werden will, muss nicht nur seine Systeme verändern, sondern seine Organisation wirksam neu aufstellen.

Wie handlungsfähig ist deine SAP-IT heute wirklich?

Wenn du merkst, dass deine SAP-IT noch zu stark im Reaktionsmodus arbeitet, zu abhängig von externen Dienstleistern ist oder im Unternehmen zu wenig strategische Wirkung entfaltet, lohnt sich ein ehrlicher Blick auf den Status quo.

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