SAP Change- und Release Management: Warum isolierte Tools Prozesse ausbremsen
JIRA ist da. Der SAP Solution Manager ist da. Die Teams arbeiten. Die Anforderungen laufen. Und trotzdem fühlt sich das Change- und Release Management unnötig kompliziert an.
Viele SAP-Organisationen haben kein Tool-Problem. Sie haben ein Strukturproblem.
Der Grund ist oft nicht fehlende Technologie, sondern fehlende Verzahnung. Wenn Werkzeuge nebeneinander statt miteinander arbeiten, entstehen manuelle Übergaben, doppelte Pflege und unnötige Reibung.
Genau vor dieser Herausforderung stand auch PASM. Gemeinsam mit Synaworks wurde das SAP Change- und Release Management so neu aufgestellt, dass JIRA und SAP Solution Manager nicht länger zwei getrennte Welten bleiben, sondern ein integrierter Prozess daraus wird.
Ausgangssituation: Zwei funktionierende Systeme, aber kein durchgängiger Prozess
PASM, die Power and Air Condition Solution Management GmbH, betreibt mehrere SAP-Systeme und nutzte bereits seit Jahren das Change Control Management im SAP Solution Manager für einen kontrollierten und strukturierten Änderungsprozess. Gleichzeitig war JIRA das zentrale Tool für Planung, Genehmigung und Zusammenarbeit mit den Fachbereichen.
Beide Systeme erfüllten ihren Zweck. Das Problem lag dazwischen.
Informationen mussten manuell zwischen JIRA und SAP Solution Manager übertragen werden. Teams aus Fachbereichen, interner SAP-IT und externen Dienstleistern arbeiteten zwar am selben Ziel, aber nicht auf Basis eines durchgängigen, integrierten Ablaufs. Das kostete Zeit, erhöhte das Risiko inkonsistenter Daten und erschwerte die Zusammenarbeit.
Zusätzlich fehlte eine klare, systemübergreifende Sicht auf Status, Anforderungen und Fehler. Genau dadurch entstand das, was viele SAP-Organisationen nur zu gut kennen: operative Reibung statt wirksamer Steuerung.
Wie stark sich das im Alltag bemerkbar machte, beschreibt Hanspeter Ablrecht, IT-Project Manager bei PASM, sehr treffend:
Hanspeter Albrecht
Das eigentliche Problem im SAP Change- und Release Management
Viele Unternehmen reagieren auf solche Reibung mit operativen Einzelmaßnahmen:
- noch ein Abstimmungstermin
- noch ein Freigabeschritt
- noch ein manueller Kontrollpunkt
- noch eine Sonderlogik im Prozess
Das wirkt kurzfristig hilfreich, macht den Gesamtprozess aber oft nur schwerfälliger.
Das eigentliche Problem liegt meist tiefer:
Es fehlt ein integrierter Prozess, der Fachbereich, IT und Tool-Landschaft sauber miteinander verbindet.
Genau hier setzt wirksame Transformation an. Nicht mit Aktionismus, sondern mit Klarheit.

Zielbild vor Aktion: Erst den Prozess klären, dann die Integration bauen
PASM ist bewusst nicht den schnellen Weg gegangen. Statt einfach nur eine technische Schnittstelle zwischen JIRA und SAP Solution Manager zu bauen, wurde gemeinsam mit Synaworks zuerst das Zielbild geklärt:
- Welche Daten müssen zwischen den Systemen ausgetauscht werden?
- Zu welchem Zeitpunkt werden diese Informationen benötigt?
- Wie müssen Statuswerte und Aktionen aufeinander abgebildet werden?
- Wie lässt sich die Integration einfach und flexibel gestalten, ohne neue Komplexität zu erzeugen?
Dafür wurden die bestehenden Change- und Release-Management-Prozesse in beiden Tools zunächst analysiert und standardisiert. Erst auf dieser Grundlage entstand ein tragfähiges Detailkonzept für die technische und organisatorische Integration.
Genau das macht den Unterschied:
Nicht die Schnittstelle allein schafft Wirksamkeit, sondern ein Prozess, der strukturell sauber aufgesetzt ist.
Neues Prozess-Design: JIRA und SAP Solution Manager arbeiten endlich zusammen
Im neuen Ablauf werden Anforderungen weiterhin zentral in JIRA erfasst. Dort werden sie bewertet, kategorisiert, priorisiert und freigegeben. Nach der Zuordnung zu einem Release erfolgt die Synchronisierung mit dem SAP Solution Manager.
Zu einer User Story in JIRA wird automatisch ein Request for Change im SAP Solution Manager angelegt und mit dem Vorgang in JIRA verknüpft. Während des weiteren Umsetzungsprozesses werden die Statuswerte beider Vorgänge bidirektional aktualisiert.
Das klingt zunächst technisch. Die eigentliche Wirkung liegt aber im Prozess:
- Fachbereiche bleiben in ihrer gewohnten Arbeitsumgebung
- die SAP-IT behält die Kontrolle über Änderungen und Transporte
- Informationen müssen nicht mehr doppelt gepflegt werden
- Status und Fortschritt werden transparent
- Änderungen lassen sich über den gesamten Lebenszyklus besser steuern
So können IT-Weiterentwicklungen für SAP- und Non-SAP-Systeme transparent nachverfolgt und sauber umgesetzt werden.
Weniger manuelle Übergaben, mehr Transparenz und kürzere Durchlaufzeiten
Mit dem neuen Prozess verfügt PASM heute über ein übergreifendes und standardisiertes Change- und Release Management. Durch die nahtlose Integration von JIRA und SAP Solution Manager wurde das Risiko inkonsistenter Daten reduziert und die Datenqualität erhöht.
JIRA ermöglicht nun eine zentrale Sicht auf den gesamten Lebenszyklus von IT-Weiterentwicklungen und SAP Releases. Änderungen und Freigaben werden beschleunigt, Durchlaufzeiten verkürzt und manuelle Übernahmen weitgehend vermieden.
Manfred Bader, IT-Project Manager bei PASM, bringt die Veränderung klar auf den Punkt:
Manfred Bader
Drei Learnings aus dem Projekt bei PASM
1. Effizienz entsteht durch weniger Reibung
Die doppelte Datenerfassung ist nicht mehr notwendig. Informationen werden nahtlos zwischen den Systemen synchronisiert. Das spart Zeit und sorgt für einen deutlich reibungsloseren Arbeitsablauf.
2. Transparenz ist ein Prozess-Thema
Der Überblick über Status und Fortschritt von Aufgaben und Änderungsanträgen wurde über den gesamten Änderungsprozess hinweg deutlich klarer. Probleme können dadurch früher erkannt und besser gesteuert werden.
3. Zusammenarbeit wird besser, wenn Übergänge klar sind
Dank der Integration arbeiten Teams effizienter zusammen. Die automatische Übernahme von Informationen reduziert Fehler, minimiert Missverständnisse und stärkt die Zusammenarbeit zwischen IT und Fachbereichen.
Was andere SAP-Organisationen daraus lernen können
Wenn dein SAP Change- und Release Management heute zu viele manuelle Übergaben, zu wenig Transparenz und zu viel Abstimmungsaufwand erzeugt, dann liegt der größte Hebel oft nicht in einem weiteren Tool.
Der größte Hebel liegt in einem Prozess, der aus einem Guss funktioniert.
Viele SAP-Organisationen versuchen, mit hohem Einsatz eine Struktur zu kompensieren, die nie sauber aufgesetzt wurde. Das hält Teams im Reaktionsmodus und verhindert, dass aus operativer Arbeit echte Steuerbarkeit entsteht.
Wer sich wirksam neu aufstellen will, braucht:
- klare Übergänge zwischen Fachbereich und IT
- abgestimmte Rollen und Verantwortlichkeiten
- ein gemeinsames Prozessverständnis
- und eine Tool-Landschaft, die diese Struktur unterstützt

Fazit: SAP Change- und Release Management braucht mehr als Schnittstellen
Die PASM-Story zeigt sehr deutlich: Eine technische Integration ist nur dann wertvoll, wenn sie auf einem tragfähigen Prozess aufsetzt.
Nicht noch ein Tool.
Nicht noch eine Insellösung.
Nicht noch mehr operative Hektik.
Sondern:
- Zielbild vor Aktion
- klare Strukturen
- saubere Übergänge
- integrierte Abläufe
- und ein Vorgehen, das im Alltag wirklich funktioniert
Systematisch statt aktionistisch ist dabei nicht nur ein guter Satz. Es ist die Voraussetzung dafür, dass SAP Change- und Release Management überhaupt wirksam steuerbar wird.
Wie handlungsfähig ist dein Change- und Release Management wirklich?
Wenn du merkst, dass deine SAP-IT trotz bestehender Tools zu viel Reibung erzeugt, lohnt sich ein systematischer Blick auf den Status quo.
Mit dem Synaworks IT Performance Index bekommst du eine klare Einschätzung, wo deine Organisation heute steht — und welche Hebel dir helfen, wieder mehr Transparenz, Steuerbarkeit und Wirksamkeit aufzubauen.


































